amerika

Reiseberichte Amerika





Miami

USA

USA:
Grösse: 9.809.125 km2, Einwohner 281 Mio. (2004)
Hauptstadt: Washington D.C., Einwohner ca. 573.000

Miami:
Grösse: Miami 92 km2, Einwohner ca. 363.000
Miami Beach, 18 km2, Einwohner ca. 88.000


30. Juni - 3. Juli 2005


Um 4.30 Uhr klingelt unser Wecker, doch wir sind eh schon lange wach. Noch ein letzter Kaffee und wir verabschieden uns von Fritz, bei dem wir die letzten Tage wohnen durften.

Im gemieteten Smart geht es zum Flughafen, und puenktlich um 8.25 Uhr geht es mit der Lufthansa nach London. Zum Glueck konnten wir unser Gepaeck bis Miami durchchecken, so dass wir in London nur noch unsere Boardingpaesse besorgen mussten. Das war auch gut so, denn obwohl wir 2,5 Stunden Zeit hatten, wurde es durch Sicherheitskontrollen, langen Wegen und dem Terminalwechsel doch noch knapp. So knapp, dass wir bis Miami keine Sitzplaetze mehr nebeneinander bekommen haben, aber wir sind mitgekommen.

Miami Frueher als geplant sind wir dann in Miami gelandet. Die Freude darueber war nur kurz, da wir fast 2 Stunden fuer die Einreise angestanden haben. Fingerabdruecke von beiden Zeigefingern, ein Foto und diverse Stempel dauern halt. Danach ging es doch recht zuegig, und wir sassen bald im Bus nach Miami Beach.

Unser Hotel, das Tropics im Art Deco Viertel von Miami Beach, ist sehr nett und liegt nur ein paar Schritte vom Strand und dem Ocean Drive. Zum Abschluss eines langen Tages gab es noch ein Absackerbier und dann ging es ins Bett.

Am naechsten Morgen, nach einem Fruehstueck mit duennem Kaffee haben wir die erste Erkundungstour unternommen, am Strand entlang und rund um die Suedspitze der Miami Beach Insel. Es ist ziemlich heiss und schwuel und deshalb verbringen wir den Rest des Tages lieber am Hotelpool.

An unserem zweiten Tag haben wir einen Ausflug in den Everglades National Park gemacht. Die Fahrt mit dem typischen Airboat ist zwar nur kurz und leider sehen wir die Alligatoren erst spaeter in den Gehegen, trotzdem bekommen wir einen kleinen Einblick in dieses riesige Sumpfgebiet. Von Moskitos gepiesakt sind wir dann aber froh wieder im Bus zu sitzen.
Am Abend ging's dann noch mal ueber den Ocean Drive. Diese beruehmte Strasse hat gelegentlich dann doch einen leichten "Ballermannflair". Aber man sieht und wird gesehen. So endet unser kurzer Aufenthalt in Miami Beach, der uns beiden gut gefallen hat.

Mittlerweile sind wir in Mexiko, aber davon spaeter mehr.

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Mexiko

Mexiko

Mexiko:
Grösse: 1.958.201 km2, Einwohner 105 Mio. (2004)
Hauptstadt: Mexiko Stadt, Einwohner ca. 22 Mio. im Grossraum

3.7. - 22.7.2005

Spirit AirDer Weg nach Mexiko begann am Flughafen von Fort Lauderdale ca. 50 km von Miami entfernt. Das Einchecken bei der amerikanischen Billigfluglinie "Spirit Air" lief problemlos. Doch am Gate mussten wir erfahren, dass die Maschine mindestens 2,5 Stunden Verspaetung hat. Erst 4,5 Stunden spaeter hoben wir dann ab Richtung Cancun auf der Halbinsel Yucatan in Mexiko. Ab Cancun wollten wir mit dem Bus nach Playa del Carmen, einem Ort an der Karibikkueste ca. 60 km vom Flughafen entfernt. Laut unserem Reisefuehrer (von 2004) sollte der letzte Bus um 17:45 Uhr fahren, das haetten wir durch die Verspaetung nicht mehr geschafft. Am Flughafen angekommen war dann auch noch die Warteschlange an der Passkontrolle ziemlich lang. Doch nach unseren Erfahrungen in Miami waren wir ueberrascht, dass alles recht schnell ging. Endlich aus dem Flughafen draussen, mussten wir dann noch das Terminal mit einem Shuttle-Bus wechseln, um zu den Bussen nach Playa del Carmen zu kommen. In diesem Moment fing es an zu regnen. Es goss nicht aus Eimern, sondern aus Kuebeln. So kamen wir am anderen Terminal "etwas" durchnaesst an. Aber zum Glueck hatte wenigstens der Reisefuehrer nicht recht, denn die Busse nach Playa del Carmen fahren bis spaet abends. So waren wir bald auf dem Weg dorthin.

In Playa del Carmen angekommen waren es nur wenige Meter vom Busbahnhof zu unserer reservierten Unterkunft, eine kleine, sehr gruene Anlage mit nett eingerichteten Zimmern. Mittlerweile regnete es wieder sehr stark und das die ganze Nacht durch bis zum naechsten Nachmittag - war es vielleicht doch ein Fehler in der Regenzeit hierher zu kommen? Wir haben den naechsten Morgen genutzt, um unsere Webseite mit dem Miami-Bericht und Bildern zu fuellen. Als der Regen endlich aufhoerte und wir uns Playa del Carmen angeschaut haben, waren wir schon etwas geschockt. Karin war vor 7 Jahren schon mal hier und da war schon viel los, doch inzwischen ist es eine Tourismus-Fabrik geworden. Die ca. 1,5 km lange Fussgaengerzone ist uebersaet mit Shops und Kneipen, der eigentlich schoene Strand vollgepackt mit Liegen und Schirmen. Dazu kommen noch die Massen an Tagestouristen, die z.B. aus Cancun und von den anlegenden Kreuzfahrtschiffen hierherkommen.

Hier finden wir nicht die Ruhe, die wir suchen. Deshalb haben wir uns entschlossen, es am naechsten Tag in Xcalacocco zu probieren. Es liegt ca. 8 km noerdlich von Playa del Carmen und war damals sehr ruhig - ob das immer noch so ist? StrandBei strahlendem Sonnenschein sind wir an zunehmend unbebauten, menschenleeren und schoenen, weissen Sandstraenden dorthin gelaufen. Xcalacocco ist kein Ort, sondern ein Strandabschnitt, der von Playa del Carmen nur zu Fuss am Strand oder mit dem Auto/Taxi erreichbar ist. Hier hat sich erstaunlicherweise nicht viel geaendert. Zwei einfache Restaurants, die auch kleine Zimmer vermieten, ein privates Luxus-Hotel und eines der Mittelklasse ist alles, was es hier gibt. Letzteres, das Kai-Kaana, hat uns auf Anhieb sehr gut gefallen. Es liegt eingebettet in Palmen, mit schoenem Pool und direkt am Meer. Da dort im Moment nicht viel los ist, koennen wir einen guten Preis aushandeln und am naechsten Tag dort einziehen.

In den naechsten Tagen geniessen wir in vollen Zuegen das Meer, den kaum besuchten Strand, lange Spaziergaenge, das Beobachten von Pelikanen beim Fischen und natuerlich auch das Nichtstun. Zur Abwechslung haben wir mit einem Mietwagen einen Ausflug zu den Maya Ruinen von Cobá und Tulum gemacht. Die Ruinen von Cobá, ca. 40 km im Landesinneren, gehoeren zu den groessten Mayastaetten ueberhaupt. Dort steht auch die hoechste Pyramide der noerdlichen Yucatan-Halbinsel (etwa 42 m hoch). Der Blick von oben ueber den Dschungel ist grossartig und belohnt fuer den schweisstreibenden Aufstieg. Die Ruinen von Tulum liegen direkt am Meer und wurden von den Maya als Handelszentrum und Pilgerort genutzt.
Am Ende dieses netten Ausfluges sind wir auf einen Trick hereingefallen. Beim Tanken unseres Mietwagens haben uns mehrere Tankwarte so geschickt abgelenkt, dass wohl einer die Zapfsaeule manipulierte. Wir konnten dies leider nicht nachweisen und haben so unser erstes Lehrgeld von ca. 10 US Dollar bezahlt.

Eigentlich stand fuer die restlichen Tage in Mexiko Erholung an, doch dann erfuhren wir von Emily, dem Hurrikan, der sich langsam aber gewaltig Richtung Yucatan bewegte. Zwei Tage haben wir die Prognosen im Internet verfolgt und auch mit dem Hotelbesitzer, anderen Gaesten und den Nachbarn gesprochen. Im Hotel zu bleiben war unmoeglich, es blieb nur Evakuierung oder Verschwinden. Emily Den Flug nach Chile konnten wir leider nicht auf eine Woche frueher umbuchen, so haben wir uns entschieden, soweit wie moeglich nach Sueden zu reisen. Am Samstag, den 16. Juli sind wir deshalb mit dem Bus nach Chetumal an der Grenze zu Belize gefahren. Der Hurrikan sollte in der Nacht von Sonntag auf Montag auf die Kueste treffen. Die Stunden des Wartens begannen. Im Fernsehen haben wir am Sonntag immer wieder die neuesten Prognosen verfolgt, es wurde immer deutlicher, dass Emily wohl voll zwischen Tulum und Playa del Carmen auftreffen wird und Chetumal verschont bleibt. Und so war es dann auch, wir haben zum Glueck nichts vom Hurrikan mitbekommen.

Die Sturmschaeden an der Karibikkueste waren teilweise doch sehr gross, darum sind wir nicht mehr dorthin zurueckgekehrt, sondern nach Mérida gefahren. Die Stadt hat im Zentrum viele schoene Gebaeude aus der Kolonialzeit, unter anderem die Kathedrale San Idelfonso. Sie soll angeblich die aelteste auf dem amerikanischen Kontinent sein. Im Vergleich zu Chetumal ist Mérida sehr viel groesser, lebhafter und lauter, doch unser Hotel "Dolores Alba" im Kolonialstil mit Innenhoefen ist eine kleine Oase in dieser Hektik.

Hier endet unsere Zeit in Mexiko. Eigentlich war Strand und Erholung geplant, doch durch den Hurrikan Emily wurde es eine kleine Rundreise ueber die Halbinsel Yucatan, was wir im nachhinein nicht missen moechten. Nun sind wir gespannt, was uns als naechstes erwartet, und sagen Adiós zu Tacos, Nachos und Margaritas, denn morgen fliegen wir nach Chile.

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Chile

Chile

Chile:
Grösse: 756.627 km2, Einwohner 15,8 Mio. (2004)
Hauptstadt: Santiago de Chile, Einwohner ca. 5,5 Mio.

23.7. - 10.8.2005

Das Erste, was wir am Flughafen von Santiago de Chile sehen, sind die Mitarbeiter auf dem Rollfeld mit dicken Jacken, Muetzen und Handschuhen. Bei knapp ueber 0 Grad am Morgen wird uns richtig klar, dass wir im chilenischen Winter gelandet sind. Also, Rucksack auf und warme Socken und dicke Fleecejacke anziehen. Aber zum Glueck wird es dann doch bei Sonnenschein tagsueber wieder angenehme 15 - 20 Grad.

Die 5,5 Millionenstadt Santiago zu beschreiben faellt uns nicht leicht. Das riesige Haeusermeer wird eingerahmt von den schneebedeckten Gipfeln der Anden und ist ein grossartiger Anblick. Die Parks und Gebaeude erinnern teilweise an europaeische Grossstaedte, die Strassenzuege an amerikanische Stadtschluchten. Wenn man aber die grossen Kleidermaerkte und Kitsch- und Ramschverkaeufer sieht, koennte man auch in Asien sein. Das Zentrum ist recht uebersichtlich und die meissten Sehenswuerdigkeiten gut zu Fuss erreichbar. Eine echte Empfehlung ist das Mittagessen (bis 17.00 Uhr :-)) in der Markthalle. Im Innenbereich die teureren und aussenherum die guenstigeren Restaurants. Hier haben wir koestlichen frischen Fisch gegessen und guten chilenischen Wein genossen (ca. 10 Euro fuer 2 Personen).

Die fruchtbaren Taeler um Santiago, wo zur Zeit Mandarinen und Zitronen geerntet werden, gehen auf der Fahrt entlang der Panamerikana nach Norden langsam ueber in karge Landschaften mit Kakteen, wo gelegentlich noch ein paar Ziegen und Schafe weiden. Beeindruckend sind auch die Ausblicke rechts auf die schneebedeckten Anden und links auf den Pazifik.

La Serena, knapp 500 km noerdlich von Santiago, ist fuer uns Ausgangspunkt einiger Ausfluege. 6 Tage wohnen wir im "Hostal Gladys", deren gleichnamige Besitzerin sich sehr um uns kuemmert und jeden Morgen ein klasse Fruehstueck serviert. DelfinUnser erster Ausflug geht ins Naturschutzreservat der Isla Damas. Dort leben Seeloewen, Humboldt-Pinguine und zahlreiche Seevoegel und wir koennen sie vom Boot aus ganz nahe beobachten. Hier hat sich vermutlich auf Grund von El Nino auch eine grosse Gruppe von Delfinen angesiedelt. Etwa 30 bis 40 davon haben das Boot ziemlich lange begleitet und sind nebenher, untendurch oder vorausgeschwommen. Ein sehr schoenes Erlebnis.
Ein Highlight der anderen Art ist der Besuch bei Nacht des Lehr-Observatoriums in Mamalluca auf 1200 Meter. Schon beim Aussteigen aus dem Bus empfaengt uns in der klaren Luft ein gigantischer Sternenhimmel. Unter dem Kreuz des Suedens hat uns ein sehr engagierter Astronom viele Sternenbilder und die Milchstrasse in faszinierender Weise naeher gebracht.
Pisco, Trauben, Esoterik. Pisco ist ein Schnaps, der aus der suessen Muskattraube gebrannt wird und in Chile sehr beliebt ist. Im fruchtbaren Elqui Tal wird uns Anbau und Herstellung gezeigt. Bei einer Kostprobe hat uns der Pisco Sour (gemischt mit Zitrone und Zucker) am besten geschmeckt. Hauptanbauprodukt in diesem Tal ist jedoch die Tafeltraube. Kilometerlang erstrecken sich riesige Felder mit Rebstoecken. 85% der Ernte von ca. 17 Millionen (!) Steigen wird in die USA exportiert. Ein bisschen schade, dass es Winter ist, denn in einigen Wochen waere alles viel gruener.
Der Ort Montegrande am Ende des Tales ist in Chile eigentlich bekannt, weil dort die Literatur-Nobelpreistraegerin Gabriela Mistral begraben ist. Am Ende dieser Tour haben wir hier ein kleines, ihr gewidmetes Museum besucht. Seit einigen Jahren ist Montegrande aber auch Treffpunkt vieler Esoteriker, da die Umgebung angeblich das magnetische Zentrum der Erde mit viel positiver Energie sein soll. Wir haben oft und viel durchgeatmet, und warten nun auf den Schub..... :))

Die Ausfluege haben wir bei einen der vielen Touranbietern in La Serena gebucht, die alle ein Standardprogramm haben. Wer es individueller mag, fuer den hat vielleicht der Schweizer Daniel was: Jeeptour-Laserena

In einem klapprigen Bus, der vom Fahrer vorher noch mit mehreren Hammerschlaegen bearbeitet wurde, geht es zu unserem naechsten Ziel, die Hacienda Los Andes. 80 km auf kurvenreicher Strasse, die letzten 40 auf Schotter, hinauf ins Hurtado-Tal. Manuela und Clark haben hier vor einigen Jahren eine alte Hacienda neu aufgebaut. Hier kann man sich wunderbar entspannen oder aber auch aktiv werden mit z.B. Reiten oder Wandern. Wir sind aktiv geworden: Gamaschen an, Sonnenhut auf und ab in den Sattel. Vorher haben wir allerdings noch eine Einfuehrung ins Reiten bekommen, da Alex ja noch nie auf einem Pferd gesessen hat. Denn schliesslich sollte man ja wissen, wie man "lenkt, bremst und Gas gibt". Aber keine Sorge, die gut ausgebildeten chilenischen Bergpferde kennen ihre Wege und geben trittsicher auch Anfaengern ein gutes Gefuehl.
Zuerst ueber gruene Weiden entlang am Fluss, vorbei an Pfefferbaeumen fuehrt der Weg in schmalen und steilen Serpentinen hinauf in die Berge. In dieser kargen Landschaft mit unzaehligen Kakteen mutiert der Reitanfaenger in seiner Phantasie schnell zum Westernhelden... Doch die Pferde merken davon nichts und tragen uns weiter sicher durch die grandiose Berglandschaft.
Die wunderschoene Hacienda Los Andes, der 5-stuendige Ausritt und die Wanderungen in der beeindruckenden Natur werden uns lange in Erinnerung bleiben.

Nach 22 Stunden Busfahrt erreichen wir San Pedro de Atacama. Busfahren in Chile ist gut organisiert und selbst in abgelegene Orte gibt es regelmaessige Verbindungen. Von einfachen Bussen bis zur Komfortklasse ist alles vorhanden. Als Beispiel, fuer 80 km haben wir ca. 2 Euro bezahlt und sogar noch einen Snack bekommen, fuer 1200 km mit Bordservice und Schlafsitzen wie in der Businessklasse beim Fliegen ca. 38 Euro.

San Pedro de Atacama liegt, wie der Name schon vermuten laesst in der Atacama Wueste, der trockensten Wueste der Erde. Frueher ein kleines Nest ist es heute einer der bekanntesten Touristenorte in Chile und Ausgangspunkt vieler Wuesten- und Vulkantouren. Vom Ort darf man sich nicht so viel vorstellen. Zwei parallel verlaufende, staubige Strassen und die Plaza bilden den Ortskern. Hier befinden sich fast nur Geschaefte, Restaurants und Reiseagenturen. Die Unterkuenfte liegen verstreut um das Zentrum und die meisten zeichnen sich nur durch hohe Preise aus. Die erste Nacht verbringen wir in einem mehr als einfachen Zimmer mit Gemeinschaftsbad und kaltem Wasser fuer 12 Euro. Fuer uns "gesetztere" Reisende :)) ist das aber nicht mehr der Standard. Darum ziehen wir am naechsten Tag in das Hostal "Elim" um, das mit 33 Euro in der preislichen Mittelklasse liegt, aber schoene Zimmer mit eigenem Bad und heissem Wasser hat und wir die Kueche mitbenutzen duerfen.

Ein Muss fuer jeden Besucher in San Pedro ist die Tour ins Valle de la Luna. Erster Stopp ist ein Aussichtspunkt mit Blick auf die Atacama Wueste und die 5000 bis 6000 Meter hohen Vulkane, denen man auf den ersten Blick gar nicht ansieht, dass sie so hoch sind. Weiter geht es zu Fuss durch das Tal des Todes, wo frueher eine Versorgungsstrasse von Argentinien zu den chilenischen Salpeter-Anbaugebieten lief. Man erzaehlt, dass hier wohl eine grosse Herde Rinder aus Panik abgestuerzt sei, daher der Name des Tales. Die Hauptattraktion im Valle de la Luna selbst ist der Sonnenuntergang mit dem Farbenspiel der Gesteinsschichten. Und so sitzen auch wir mit geschaetzten 200 anderen Touristen auf der Duene, um dieses Schauspiel zu betrachten. Und es ist trotzdem klasse!

Zum Schluss unserer Zeit in Chile sind wir nochmal aktiv und schwingen uns in den Sattel, diesmal aber auf ein Fahrrad. Auf dem Hinweg zu einer alten Inka-Ruine verfahren wir uns prompt und schaffen es durch unwegsames Gelaende doch dorthin. Auf dem einfacheren Rueckweg muessen wir dennoch zweimal den Fluss durchfahren. Alex bekommt nasse Fuesse, weil er steckenbleibt, Karin schafft es schwungvoll trocken zum Ufer.

In der Atacama-Wueste endet unsere Reise durch Chile. Wir haben nur einen kleinen Teil gesehen, doch der hat uns sehr gut gefallen. So gut, dass wir hoffentlich nochmal hierherkommen.


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Bolivien

Bolivien

Bolivien:
Grösse: 1.098.581 km2, Einwohner 8,3 Mio. (2004)
Hauptstadt: Sucre, Einwohner ca. 132.000
Regierungssitz La Paz, Einwohner ca. 1,8 Mio

10.8. - 22.8.2005

Noch in San Pedro de Atacama buchen wir eine 3-taegige Jeep-Tour nach Bolivien. Ein Minibus bringt uns in einer Stunde zur Grenzstation auf ueber 4000 m Hoehe und dort wechseln wir die Fahrzeuge. In unserem Jeep sind wir zu sechst plus Fahrer, ein chilenisch-franzoesisches Paar, zwei Daeninnen und wir zwei "Oldies".

Salar de Uyuni Vorbei geht es an 6000er Gipfeln und herrlichen Lagunen, die in verschiedenen Farben schillern. Ein besonderes Naturschauspiel sehen wir an der Laguna Verde, die mittags aufgrund von Wind und Sonneneinstrahlung ihre Farbe von Gruen zu hellem Tuerkis wechselt. Rast machen wir an den Termas de Chalviri, 30 Grad warme Quellen, die zum Baden einladen. Also, ab in die Badesachen und rein in die "Wanne". Die Geysire Sol de Manana sind der hoechste Punkt unserer Tour - 4850 Meter. Zum Vergleich, Europas hoechster Berg, der Mont Blanc, ist 4807 Meter hoch. Hier, wo es zischt, pfeift, dampft und blubbert merken wir langsam auch die Hoehe. Leichte Kopfschmerzen und das Atmen faellt schwerer. Da hilft nur viel Trinken und langsame Bewegungen.
Am spaeten Nachmittag erreichen wir dann noch die Laguna Colorada, ein roetlich schillernder See mit vielen Flamingos. Die Farbe des Wassers und die der Flamingos gehen in Ton in Ton. Fuer uns sieht es aus, als wuerden die Voegel hier ihre Gefiederfarbe auftanken. :)) Dann beziehen wir unser Refugio fuer die Nacht. Refugio heisst uebersetzt Schutzhuette, viel mehr ist es auch nicht. Ein einfacher Steinbau mit Blechdach und duennen Glasscheiben, Heizung und warmes Wasser Fehlanzeige, 6er Mehrbettzimmer, ein Waschbecken und zwei Toiletten. Und das bei Aussichten von bis zu minus 20 Grad Nachttemperatur. Aber das haelt die gute Stimmung in unserer Gruppe nicht auf - Abendessen mit Handschuhen und Muetze, heissem Tee und ab ins Bett mit dickem Schlafsack und drei Wolldecken.

Nach ueberlebter Nacht bewundern wir beim Fruehstueck die von innen zugefrorenen Scheiben, packen ein und fahren weiter. Unterwegs sehen wir Vicunas (wildlebende Kleinkamele), Lamas und Viscachas. Viscachas sehen aus wie Kaninchen mit Ringelschwanz und langen Schnurrbarthaaren, richtig knuffig. Die Fahrt ueber den Altiplano (das Andenhochland) ist auch an diesem Tag wieder eine Augenweide. Unseren Fahrer Edwin moechten wir an dieser Stelle auch mal lobend erwaehnen. Nicht nur, dass er uns jeder Zeit konzentriert auch ueber schwierigste Pisten faehrt, einen platten Reifen auf sandigem Untergrund in 25 Minuten wechselt, sondern er kuemmert sich auch um unser leibliches Wohl und gibt uns interessante Informationen ueber das Land.
An diesem Abend uebernachten wir in einem Salzhotel, ein bis auf das Dach komplett aus Salzbloecken gebautes Haus. Hier sind die Temperaturen auch wieder angenehmer und es gibt warme Duschen. In gemuetlicher Runde essen wir auch zum ersten Mal Lama. Fuer alle Nichtvegetarier, nach unserem Geschmack liegt es zwischen Lamm und Rind und wirklich lecker.

Die Salar de Uyuni ist der Hoehepunkt unserer Tour. Sie ist mit 12.000 qkm die groesste Salzwueste der Erde und liegt auf 3500 Meter ueber NN. Zum Vergleich, der Bodensee hat 536 qkm und passt 22 mal hinein . In drei Stunden durchqueren wir die blendend weisse Salzflaeche. Stopp machen wir mittendrin auf einer kleinen Insel und bestaunen bis 12 Meter hohe Kakteen. Sie wachsen gut einen Meter in 100 Jahren - diese Giganten haben also schon bis 1200 Jahre Erdgeschichte erlebt.

Mit der Salzwueste endet auch unsere Tour. Diese 3 Tage haben uns 69 Euro pro Person alles inklusive gekostet. Als Empfehlung von uns, man sollte darauf achten, dass die Uebernachtung im Salzhotel mit dabei ist, ansonsten unterscheiden sich die Touranbieter anscheinend kaum im Angebot.

Wir uebernachten im etwas trostlosen Wuestenort Uyuni; er zeichnet sich aus als Drehkreuz fuer Touristen und einem Eisenbahnfriedhof, auf dem angeblich ein Zug steht, der von Butch Cassidy und Sundance Kid ueberfallen wurde. Beide haben zum Schluss in Bolivien gelebt und sind auch dort umgekommen.

La PazDer erste Blick auf La Paz aus dem Bus beeindruckt. Die 1,8 Millionen Stadt liegt in einem Talkessel und die Stadtteile ziehen sich ueber eine Hoehe von 3000-4000 Meter uber NN. Nach einer Woche haben wir uns zwar an die Hoehe gewoehnt, durch die duenne Luft und den Hoehenunterschied fallen Spaziergaenge aber trotzdem schwer, weil es staendig irgendwo steil bergauf oder bergab geht. Unser Hotel liegt im Indigena Viertel mit vielen Strassenverkaeufern, Restaurants und Maerkten, wo man fast alles bekommt. Interessanterweise im Vergleich zu Santiago de Chile so gut wie keinen Ramsch, sondern ueberwiegend Gebrauchsgegenstaende. Fuer die Stadtbesichtigung waehlen wir die bequeme Art, 4 Stunden mit dem Touri-Bus fuer 5 Euro. Wir sehen viel von der Stadt und bekommen jede Menge Information ueber Stadt, Land und Leute, eine wirkliche Empfehlung.

Wir haben vorher viel ueber Diebstaehle in Bolivien und speziell La Paz gehoert und gelesen. Entsprechend sensibilisiert sind wir in die Stadt gefahren und haben fast schon an jeder Ecke einen Dieb vermutet. Wir hatten jedoch dann nie den Eindruck, dass uns jemand beklauen wollte. Vielleicht weil wir uns gut vorbereitet haben oder einfach Glueck hatten; vielleicht lag es aber auch an der relativ hohen Praesenz an (Touristen)-Polizei und Sicherheitskraeften in der Stadt, die auch leichtsinnige Touristen ansprechen.

Der Titicacasee ist fast 13 mal groesser als der Bodensee und mit seiner Hoehe von 3810 Meter der hoechstgelegene schiffbare See der Erde. Ca. 40% der Seeflaeche gehoeren zu Bolivien, der Rest zu Peru. Sein Name bildet sich aus zwei Woertern: Titi = Puma und Caca = Fels. Sonnenuntergang ueber dem TiticacaseeDer See besticht durch seine tiefblaue Farbe und das glasklare Wasser.
In Copacabana ruhen wir uns ein paar Tage aus. Der Wallfahrtsort Copacabana ist uebrigens Namensgeber des beruehmten Strandes in Rio de Janeiro. An diesem Strand wurde eine kleine Kapelle zu Ehren von Copacabana am Titicacasee errichtet. Wir geniessen fast taeglich leckere Forellen in verschiedensten Variationen, z.B. gegrillt, gebacken, scharf, mit Butter oder als Sandwich. In allerbester Kitschart sehen wir jeden Abend von unserer Zimmerterrasse bei einem Glaeschen bolivianischen Rotwein die Sonne ueber dem See untergehen.

Nach dem verhaeltnismaessig wohlhabenden Chile hat uns auch Bolivien, eines der aermsten Laender der Welt, sehr gut gefallen. Die zurueckhaltende Freundlichkeit der Menschen, die trotz ihrer Armut nicht unzufrieden wirken. Die wunderschoenen Landschaften, die uns auch diesmal maechtig imponierten, weil wir sie so noch nicht gesehen haben. Manchmal haetten wir uns zwar gewuenscht, dass es nachts etwas waermer gewesen waere, es in manchen Zimmern eine Heizung gegeben haette oder wenigstens richtig heisses Wasser aus der Dusche. Dafuer waren die Reisekosten sehr guenstig. Hier einige Beispiele, was wir bezahlt haben, aber es ginge auch noch billiger: Zugfahren 1. Klasse 325 km 8 Euro, Busfahren 230 km 1,50 Euro, Uebernachtung in grossen Zimmern mit eigenem Bad und kleinem Fruehstueck 6-10 Euro pro Zimmer, Abendessen mit 2 grossen Portionen Forelle und Beilagen und einer Flasche Wein 8 Euro.




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Peru

Peru

Peru:
Grösse: 1,28 Mio. km2, Einwohner ca. 27 Mio. (2004)
Hauptstadt: Lima, Einwohner ca. 8 Mio. (mit Hafenstadt Callao)

22.8. - 14.9.2005

Zu Fuss betreten wir Peru. Na gut, wir sind schon von Copacabana (Bolivien) nach Puno (Peru) mit dem Bus gefahren, doch fuer den Ausreisestempel mussten wir aussteigen und die ca. 300 Meter zur Einreisestelle zu Fuss gehen. Puno hat nicht so viel zu bieten, touristisches Highlight sind die Uros Inseln auf dem Titicacasee, komplett aus Schilf gebaute schwimmende Inseln. Froehlicher Junge Unser Halbtagesausflug dorthin ist zwar Tourismus pur, aber trotzdem sehenswert, weil man sieht und erklaert bekommt, wie die Menschen frueher dort gelebt haben. Heute kommen viele "Inselbewohner" morgens mit dem Boot dorthin, unterhalten die Besucher und fahren abends wieder heim aufs Festland.

Mit dem Zug fahren wir weiter von Puno nach Cusco. Die 10-stuendige Fahrt geht entlang am Titicacasee, ueber den Altiplano zum hoechsten Punkt auf 4300 Meter, dem La Raya Pass, und dann wieder hinunter durch ein sehr fruchtbares Tal nach Cusco. Unterwegs sehen wir endlich Alpakas, das "Wollknaeuel" unter den Kleinkamelen mit viel flauschigem Fell. Aus Alpakawolle werden hier z.B. Muetzen, Schals, Handschuhe, Socken und Taschen massenweise als Souvenirs verkauft.

Cusco, frueher Hauptstadt des Inkareiches, ist heute touristische Hochburg in Peru. Was sich in Puno schon angedeutet hat, bestaetigt sich hier um ein Vielfaches. Viele Peruaner wollen noch viel mehr Touristen ganz viel verkaufen und das staendig und ueberall. Postkarten, Guertel, Pullover, Fingerpuppen, Bilder, Filmrollen etc. Man kann sich aber auch mit dem "Sonnengott" vor der Inkamauer oder Frau in Tracht mit Kind, Lama oder Lamm fotografieren lassen. Unsere Nerven werden hier reichlich strapaziert, aber damit verdienen halt viele Menschen ihr taeglich Brot. Cusco ist dennoch eine sehr schoene und sehenswerte Stadt. Hier treffen Reste der Inkazeit auf spanische Kolonialbauweise. Das Zentrum besteht aus tollen Gebaeuden, netten Plaetzen und beschaulichen Gassen. Wir selbst uebernachten zweimal in sehr schoenen, renovierten Haeusern, unter anderem im Casona Las Pleiades und im El Grial.

Von Cusco erreichen wir auch das bekannteste Ziel von Peru, wenn nicht sogar von ganz Suedamerika: Machupicchu. Diese Bekanntheit lassen sich die Peruaner auch gut bezahlen. Nach Machupicchu kommt man nur mit dem Touristenzug, von Cusco kostet das billigste Hin- und Rueckfahrt Ticket 54 Euro. Um den Sonnenaufgang zu sehen und dem mittaeglichen Touristenstrom etwas zu umgehen, bleiben wir eine Nacht in Aguas Calientes, dem Ort unterhalb von Machupicchu. Der Name des Ortes bedeutet heisse Wasser; die gibt es tatsaechlich und am Nachmittag entspannen wir in den Thermalbecken.

Inkastadt Machupicchu Am naechsten Morgen geht es um 5:50 Uhr mit dem Bus zur Inkastadt, wir zahlen 20 Euro Eintritt pro Person und sind drin. Im Reisefuehrer steht: "Wer Machupicchu nicht gesehen hat, hat Peru nicht gesehen." Und das stimmt. Was die Inkas hier geschaffen haben, ist eigentlich unbeschreiblich. Die Lage auf einem 2500 Meter hohen Plateau, umringt von hohen Bergspitzen, steil abfallenden Haengen und uneinsehbar von unten ist einzigartig und mit keinem Foto richtig einzufangen. Man muss es einfach selber gesehen haben.
Der Sonnengott ist auf unserer Seite und wir haben 6 Stunden mit tollem Sonnenaufgang und schoenem Wetter. Nach dem 1,5 stuendigem Abstieg ueber hunderte von Stufen goennen wir uns in Aguas Calientes noch ein kuehles Bier und fahren dann am Nachmittag zurueck nach Cusco.

Wir schauen uns aber auch noch andere Inkastaedte an. Im fruchtbaren und deswegen fuer die Inkas "heiligen Tal" besuchen wir die Ruinen von Pisaq und Ollantaytambo. Sie sind anders als Machupicchu, aber auch interessant.

Zwischendurch mal ein kulinarischer Abstecher: Wenn man es nicht besser wuesste, koennte man meinen, Pizza und Pasta kommen aus Peru. Allein in dem 1500 Seelenort Aguas Calientes zaehlen wir ca. 30 Pizzerien, alle ausgestattet mit Holzbackofen. Cusco steht dem in nichts hinterher, hier gibt es auch die "Machu-Pizza"! Aber mal ernsthaft, es gibt auch lokale Spezialitaeten. Wir probieren Alpaka-Steak, aehnlich dem Lama, aber fuer uns im Geschmack noch besser. Dann testen wir das Cuy. Das Cuy (Meerschweinchen) ist in Peru seit etwa 5000 Jahren als Haustier bekannt. Mutig bestellen wir uns in einem von ausschliesslich Einheimischen besuchten Lokal ein gegrilltes Tier. Das Fleisch erinnert uns irgendwie an Gefluegel; es war nicht schlecht, aber einmal Probieren reicht auch. Sehr billig essen wir in der Markthalle in Cusco. Fuer 1 Euro bekommen wir zwei Teller mit Fisch, Reis, Pommes und Salat plus zwei Coca-Cola. Oder fuer 25 Cent eine schmackhafte Gemuesesuppe mit Quinoa (alte Getreideart) und Kartoffeln. In den teueren Touristenrestaurants gibt es aber auch Menues mit Suppe, Hauptspeise und ein Getraenk ab 2 Euro. Den sehr guten peruanischen Wein, den Pisco Sour und die Inca Kola kosten wir natuerlich auch. Inca Kola sieht nicht nur aus wie fluessige Gummibaerchen, es schmeckt auch so.

Von Cusco geht es weiter mit dem Nachtbus in 10 Stunden kurvenreich ueber die Anden nach Arequipa. Sie ist die zweitgroesste Stadt Perus und hat auch einen sehr schoenen kolonialen Stadtkern. Besonders gut gefaellt uns die Plaza mit Arkaden ueber zwei Stockwerken drumherum. Natuerlich besuchen wir auch das malerische Kloster Santa Catalina, eine kleine Stadt fuer sich innerhalb Arequipas. Heute eine Freilichtmuseum, das zeigt, wie frueher die Nonnen hier gelebt haben.

Kondor Hauptsaechlich sind wir aber hierhergefahren, um den Koenig der Anden zu sehen, den Kondor. Ca. 5 Stunden von Arequipa entfernt stehen wir fruehmorgens am Rande des Colca Canyons und schauen respektvoll ueber 1000 Meter in die Tiefe. Der Colca Canyon ist einer der tiefsten Schluchten der Welt, sogar tiefer als der Grand Canyon in den USA.
Und dann sehen wir sie, die Kondore! Riesengross und dennoch elegant ziehen sie ihre Kreise und lassen sich von der Thermik durch den Canyon tragen. Am Aussichtspunkt "Cruz del Condor" beobachten wir zehn Kondore, die teilweise recht nah an uns vorbeifliegen, so nah, dass wir die Luft zischen hoeren - faszinierend!

Und wieder fahren wir mit dem Bus, diesmal tagsueber 10 Stunden nach Nasca. Die beruehmten Linien von Nasca sind alte Bodenzeichnungen und wegen ihrer Groesse am besten aus der Luft zu sehen. Deshalb besteigen wir mit einem leichten Magenkribbeln einen 6-sitzige Cessna, um in steilen Rechts- und Linkskurven die bekanntesten Motive zu ueberfliegen. Uns hat der Flug in der kleinen Maschine sehr gut gefallen und nichts ausgemacht, einem anderen Fluggast hat es leider mehrmals den Magen gedreht....

Auf dem Weg nach Lima entspannen wir noch 3 Tage in einer Oase inmitten einer herrlichen Sandwueste. Oase, Dattelpalmen, Sandwueste, Duenen wie in der Sahara - und das in Peru? Wir wollten es erst auch nicht so ganz glauben, aber es ist tatsaechlich so. In der Oase Huacachina fuehlt man sich ein bisschen in eine andere Welt versetzt. Buggytouren und Sandboarden sind hier die angesagten Outdoor-Aktivitaeten. Ein Sandboard sieht aus wie ein Snowboard. Am einfachsten ist es auf dem Bauch liegend die Duene hinabzusausen, naechste Stufe ist im Sitzen und nur wenige schaffen es im Stehen. Auch wir versuchen unser Glueck mit mehr oder weniger Erfolg.

Holzbalkon Nach 4500 Kilometer durch Chile, Bolivien und Peru erreichen wir am 11. September Lima, unsere letzte Station in Suedamerika. Nach vielen sonnigen Wochen empfaengt uns der "Garua", der Kuestennebel, der von April bis Oktober ueber Lima haengt. Dadurch wirkt alles recht grau und trist, und die Feuchtigkeit ist ueberall spuerbar. Mit Regenjacke und Wanderschuhen schauen wir uns die Stadt an, unter anderem auch das Goldmuseum. Obwohl an einem Nachmittag noch die Sonne herauskommt und das Stadtbild gleich freundlicher wirkt, zaehlt Lima nicht zu unseren "Favoriten". Wir koennen es nicht begruenden, es ist reine Gefuehlssache. Wir haben uns hier nicht unsicher gefuehlt, obwohl wir mitten im Zentrum gewohnt haben. Wie auch schon in La Paz ist die Polizei und Sicherheitspersonal ueberall praesent und anders als z.B. in Cusco gibt es kaum Strassenverkaeufer und Bettler. Noch ein Tipp fuer´s Essen: In der Naehe der Hauptplaza liegt ein kleines Chinatown, hier gibt`s gute und grosse Portionen fuer wenig Geld.

Wir sind jetzt 2,5 Monate unterwegs und verlassen heute mit etwas Wehmut Suedamerika. Zum Glueck ist die Zeit nicht wie im Flug vergangen und wir konnten vieles intensiv erleben. Klar, wir haetten noch viel mehr unternehmen und anschauen koennen, doch wir wollen ja reisen und nicht rasen. Gerade Suedamerika war fuer uns beide Neuland. Mit einem "Schauen-wir-mal-Gefuehl" sind wir nach Chile, Bolivien und Peru gestartet und wurden positiv ueberrascht. Irgendwann wollen wir noch mehr von Suedamerika sehen.
Bisher haben wir auch zu keiner Zeit bereut auf unsere Weltreise zu gehen. Sicher, es gab Momente, wo wir einen guten Kaffee, eine heisse Dusche und eine Heizung vermisst haben. Und es gab natuerlich auch Momente, wo nicht alles "eitel Sonnenschein" war, aber wer kennt das nicht von zuhause. Doch das war alles schnell vergessen, weil wir mit jedem Tag etwas Neues und Interessantes gesehen und nette Menschen getroffen haben.

Heute Nacht fliegen wir nach Los Angeles und freuen uns auf Sonne, Waerme und einen guten Kaffee.




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Los Angeles

USA

USA:
Grösse: 9.809.125 km2, Einwohner 281 Mio. (2004)
Hauptstadt: Washington D.C., Einwohner ca. 573.000

Los Angeles:
Grösse: Einwohner (City) ca. 3,7 Mio, im Grossraum ca. 16,4 Mio

15.9. - 20.9.2005

Sechs Tage verbringen wir in Los Angeles und diesmal vergeht die Zeit wie im Fluge. Das liegt unter anderem an den langen Wegen, denn es dauert schnell mal 1 bis 2 Stunden, um in dieser riesigen Stadt von A nach B zu kommen. Fuer die ca. 40 km vom Flughafen bis zu unserer Unterkunft in North Hollywood sind wir anderthalb Stunden mit Metro und Bus unterwegs.
Im Gaestehaus Margit werden wir von der Besitzerin mit gutem Kaffee und einem leckeren Fruehstueck empfangen. Anschliessend fahren wir zum beruehmten Walk of Fame, Stars und Sterne gucken. Echte Stars sehen wir keine, dafuer um so mehr Sterne auf dem Hollywood Boulevard und auch die vielen Hand- und Fussabdruecke der Hollywoodgroessen vor dem Mann's Chinese Theater. Wir sind ein wenig enttaeuscht. Wir haben uns das alles glamouroeser vorgestellt und der Hollywood Boulevard wirkt eher etwas heruntergekommen. Und wir wurden wider Erwarten doch nicht fuer den Film entdeckt ...:))

Hollywood Das aelteste Haus von Los Angeles, die Union Station, Downtown, Sunset Boulevard, Rodeo Drive, Beverly Hills und die Universal Studios erkunden wir von North Hollywood aus. Gerade die Universal Studios waren sehr interessant. Hier schauen wir ein wenig hinter die Filmkulissen und sind ueberrascht mit welchen Tricks und Effekten grosses Hollywoodkino gemacht wird. In diversen Shows kann der Besucher ein bisschen Kino live miterleben. Und so fahren wir mit der Wasserbahn durch den Jurassic Park und entkommen nur knapp dem T-Rex, erleben mit viel Krach, Feuer und Wasser ein Erdeben in der U-Bahnstation, dann schnappt der weisse Hai nach uns, King Kong bruellt uns an und zum Schluss retten wir dem Terminator die Welt.

Die letzten zwei Naechte verbringen wir in Santa Monica in der Jugendherberge fuer stolze 80 US Dollar die Nacht, aber immerhin im Doppelzimmer. Zum Baden im Pazifik ist es zu kuehl und zu windig, so spazieren wir einmal nach Venice Beach, der auf uns allerdings auch etwas "gammelig" wirkt. Sehenswert dagegen ist das Getty Center. Dieses auf einem Huegel erbaute Museum besticht durch seine interessante Architektur, seine schoenen Gaerten und den Ausblick auf Los Angeles. Hier lassen sich leicht ein paar Stunden verbringen, doch wir muessen uns beeilen und zum Flughafen, denn die Suedsee ruft mit Waerme, Sonne und blauem Meer.




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