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Reiseberichte Asien






Singapur

Singapur

Singapur:
Stadtstaat, Grösse: 685,4 km2, Einwohner 4,2 Mio. (2004)


10.01. - 14.01.2006

Vor der Skyline Singapurs Am 10. Januar abends landen wir in Singapur. Nach ueber 6 Monaten sind wir damit zum ersten Mal wieder an einem Ort, wo wir beide schon mal waren. Es kommt ein bisschen das Gefuehl auf, ja, wir sind um die Welt gereist, was natuerlich nicht stimmt, denn noch sind wir ueber 10.000 Kilometer von Deutschland weg.

Von Neuseeland aus hatten wir bereits ein Zimmer in einem Guesthouse im Stadtteil Little India reserviert, welches im Reisefuehrer als einfach und sauber beschrieben wurde. Mit der modernen U-Bahn fahren wir fuer 80 Eurocents bis zur Station Little India und befinden uns ploetzlich in einer anderen Welt. Es wimmelt von Menschen mit suedasiatischem Aussehen, Inder, Pakistanis, Bangladeschis. Wir schlaengeln uns durch die Massen und die engen Gassen, und ein paar hundert Meter weiter stehen wir dann vor dem Guesthouse. Von aussen noch ganz ansehnlich, entpuppt es sich im Inneren als ziemliche Katastrophe. Schaebig ist noch milde ausgedrueckt. Ein einheimischer Gast starrt uns an als waeren wir ein neues Weltwunder. Wir drehen um und fluechten so schnell wir koennen; zum Glueck haben wir noch nichts bezahlt.

Nach weiteren Fehlschlaegen und da es bereits immer spaeter wird, bleiben wir in einem anderen "Hotel"; fuer 30 Euro bekommen wir ein Zimmer, das gerade so gross ist, dass ein Bett in eine Nische passt und wir davor stehen koennen. Sozusagen ein begehbares Bett, aber wir haben eine Bleibe fuer die Nacht. Trotz spaeter Stunde gehen wir nach dem Einchecken sofort in das naechste Internetcafe und buchen ueber eine Hotelreservierungs-Webseite ein 4 Sterne Hotel, was ganz in der Naehe ist und ziehen am naechsten Morgen um. Fuer nicht mal den doppelten Preis bekommen wir ein viermal so grosses Zimmer mit tollem Blick auf die Stadt, Fruehstuecksbuffet und allem Komfort.

Singapur ist ein Stadtstaat, in dem der Grossteil der Bevoelkerung aus Chinesen, Malaien und Indern besteht. Die groesste Gruppe sind die Chinesen. Wir sind gerade in der Zeit da, wo die Vorbereitungen fuer das Chinesische Neujahr laufen, welches dieses Jahr am 29. Januar stattfindet und das Jahr des Hundes sein wird. Speziell die Strassen in Chinatown sind geschmueckt mit Baendern, Plastikfiguren, Plastikgeldbaeumchen, Lampions und und und... Die vorherrschenden Farben sind Rot und Gold, die fuer Glueck und Wohlstand stehen. An unzaehligen Staenden gibt es alles, was man fuer den Jahreswechsel braucht: Glueckwunschkarten, Kalender, Suessigkeiten, Kekse, rote Wuerste, Plastikspielzeug, Papierlampions, Fruechte und Blumen bis hin zur winkenden Katze, die auch ein Symbol fuer Reichtum und Glueck ist.

Jahr des Hundes Wir schlendern am Nachmittag durch die Gassen und Strassen von Chinatown, wo es zu dieser Tageszeit schon geschaeftig, aber noch ueberschaubar zugeht. Mit der Ueberschaubarkeit ist es am Abend vorbei. Menschenmassen stroemen ein und wir schieben uns mit den Anderen vorbei an den Verkaufs- und Essensstaenden. Es duftet ueberall herrlich nach chinesischem Essen und wir wuerden gerne irgendwo Platz nehmen, aber es ist unmoeglich einen zu finden. Und so fahren wir noch hungrig aus Chinatown, aber in Singapur gibt es an vielen Ecken kleine Garkuechen, die bis spaet abends und manchmal sogar rund um die Uhr kleine Koestlichkeiten frisch aus dem Wok zaubern. Wir muessen also nicht lange hungrig bleiben.

Natuerlich machen wir auch eine Stadtrundfahrt und lassen uns mit dem Doppeldeckerbus fuer 2,50 Euro den ganzen Tag durch die Stadt schaukeln. Mit diesem Ticket koennen wir beliebig oft ein- und aussteigen und so koennen wir uns fast das ganze Innenstadtgebiet anschauen. Singapur ist eine gut organisierte und saubere Stadt, die von manchen als langweiligste Stadt Asiens bezeichnet wird. Doch der Mix aus Alt und Neu, aus Modern und Tradition und die multikulturelle Bevoelkerung macht Singapur fuer uns interessant und wir wuerden jederzeit wieder einen Zwischenstopp hier einlegen.

Zum Schluss machen wir dann noch einen echten Touriklassiker. Wir besuchen die Long-Bar im alteingessenen und noblen Raffles-Hotel, wo bereits Hemingway seinen Singapore Sling in kolonialer Atmosphaere genossen hat. Wir tun es Ernest gleich, geniessen den Cocktail, knabbern Erdnuesse, deren Schalen hier schon immer einfach auf den Boden geworfen werden, und traeumen von den Straenden Thailands, denn da fliegen wir heute noch hin.




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Thailand 1

Thailand

Thailand:
Grösse: 513.115 km2, Einwohner ca. 63,8 Mio. (2004)
Hauptstadt: Bangkok, Einwohner ca. 9 Mio.

14.01. - 10.02.2006

Maenam Beach Strand, Palmen, warmes Wasser, fantastische asiatische Kueche, Cocktails, Massagen und viel Nichtstun. So haben wir Thailand in Erinnerung und so werden wir die naechsten Tage auch verbringen. Nachdem wir in Australien und Neuseeland ziemlich viel unterwegs waren, geniessen wir es wieder einige Zeit an einem Ort zu sein. Im Cocopalm Resort am Maenam Beach auf der Insel Ko Samui finden wir das, was wir suchen. Wir waren 2002 schon einmal hier und es hat sich seitdem nicht viel veraendert. Was man jedoch nicht von vielen anderen Ecken der Insel behaupten kann.

Bei unserer Moped-Tour zum Chaweng und Lamai Beach bekommen wir gelegentlich schon das kalte Grausen. In den letzten Jahren sind hier zahlreiche neue Resorts und Hotelanlagen der gehobenen Kategorie entstanden und selbst Appartmentanteile kann man kaeuflich erwerben. In Chaweng Beach werden wir dann auch gleich angesprochen, woher wir kommen, ob wir ueber 35 Jahre sind, einen Job haben und uns nicht in eine Wohnung einkaufen wollen. Abgeschreckt von dieser Situation und dem Erlebten entscheiden wir uns nach Ko Phangan, der Nachbarinsel von Samui zu fahren.

So sitzen wir ein paar Tage spaeter auf dem Schnellboot dorthin. Im Hafen von Thong Sala steigen wir in ein Sammeltaxi, das uns an den Ao Thong Nai Pan Yai Beach im Nordosten der Insel bringen wird. Die Fahrt ist ein kleines Abenteuer. Anfangs ist die Strasse noch ganz in Ordnung, doch als es ueber die Berge geht, wechselt die Fahrbahn von Beton zur Schotter- und dann zur Staubpiste, ausserdem ist sie teils mit tiefen Furchen versehen und unser Ruecken freut sich nicht gerade ueber die unzaehligen Schlagloecher. Nach einer sehr staubigen Stunde werden wir dann mit einer wunderschoenen Bucht belohnt, an der wir die naechsten Tage unsere "mueden Weltreiseknochen" erholen. Wie schon gesagt, Strand, Palmen......

Nach einer Woche an diesem ruhigen Strand fahren wir in 24 Stunden mit Faehre, Bus und Nachtzug nach Bangkok. Normalerweise geht es schneller, aber wir hatten das Pech, dass der Zug 3 Stunden Verspaetung hatte und dann so langsam zuckelte, dass er noch mal 2 Stunden bis Bangkok verlor.

Koenigspalast Bangkok, die 9 Millionenstadt, entweder man mag sie oder man mag sie nicht. Wir moegen sie trotz Hitze, Verkehr, Smog, Menschenmassen und die gelegentlichen exotischsten undefinierbaren Gerueche bis hin zum Gestank. Aber es ist der Gesamteindruck. Das Leben findet auf der Strasse statt und die Stadt schlaeft nie. Es wird grosses und kleines Business gemacht, entweder in riesigen modernen Hochhaeusern, in alten traditionellen Holzhaeusern oder mit dem Handkarren. Und Bangkok ist ein Shoppingparadies, denn man bekommt hier alles.

Wir suchen uns wieder mal ein Zimmer in der Naehe der Khao San Road. Die Khao San Road liegt mittendrin in Bangkok - zu Fuss ist es nicht weit bis zum Koenigspalast, einer der Hauptsehenswuerdigkeiten der Stadt. Und es sind nur ein paar Schritte bis zum Hauptfluss, dem Chao Praya, auf dem man mit dem Wassertaxi schnell und billig viele Ziele in Bangkok erreichen kann. Und das ist ein echter Vorteil, denn in den Strassen steht man aufgrund des unglaublichen Verkehrs aus Mopeds, Tuk-Tuks, Autos und Bussen staendig im Stau.

Die Khao San Road ist der Treffpunkt schlechthin fuer Rucksackreisende aus aller Welt. Seit ueber 20 Jahren kommen sie hierher, bleiben meist ein paar Tage, um sich Bangkok anzuschauen, zu shoppen oder die Weiterreise zu organisieren. Und es werden immer mehr die kommen. Inzwischen hat sich um die Khao San Road ein kleines Viertel etabliert, wo es viele Guesthaeuser, Restaurants, Buchlaeden, Internetcafes, Souvenirshops usw. gibt. Und davor Unmengen an fliegenden Haendlern, die unermuedlich ihren Krimskrams anbieten, und kleine fahrbare Essensstaende, an denen man fuer z. B. 25 Eurocents gebratene Nudeln oder Reis bekommt. Wer es exotischer mag, kann sich auch eine Handvoll gebratener Heuschrecken, Kakerlaken oder Skorpione zum Knabbern einpacken lassen.

Wir haben bei unseren Aufenthalten in Bangkok schon mehrmals im Khao San Viertel gewohnt und finden es jedesmal aufs Neue spannend, weil hier Multikulti auf friedliche Weise vorgelebt wird.

Da das Visum fuer unseren geplanten Aufenthalt in Kambodscha einige Tage dauert, entscheiden wir uns noch einen Abstecher nach Chiang Mai, der zweitgroessten Stadt Thailands, zu machen. Mit einem guenstigen "Khao San Bus" geht es ueber Nacht dorthin. Der von aussen anscheinend neulackierte Bus war innen schon ziemlich abgenutzt, die vorhandene Toilette nicht zu benutzen und die Stossdaempfer daempften leider keinen Stoss mehr. Auf der 12-stuendigen Fahrt spueren wir jedes Schlagloch und jede Fahrbahnunebenheit, also an Schlaf ist gar nicht zu denken. Positiv zu vermerken ist: Wir sind gut angekommen und das ohne Panne!

Auch die Zimmersuche in Chiang Mai war nicht einfach, da wir ja in der Hauptreisezeit sind. Nach mehreren Versuchen haben wir dann doch Glueck und bekommen ein schoenes und auch guenstiges Zimmer.

Kochkurs Chiang Mai ist bekannt fuer seinen Nachtmarkt, an dem man von Kunsthandwerk ueber Kitsch bis Kleidung alles bekommen kann. Gerade bei Kleidung, Sonnenbrillen und Uhren sind die absolut "echten" Diesels, Ray Bans und Guccis der Renner. Weiterhin werden auch etwas ausserhalb der Stadt Papierschirme in Handarbeit hergestellt, die bei den Touristen als Mitbringsel auch sehr beliebt sind. Nachdem wir all das und dazu die schoene Altstadt von Chiang Mai angeschaut haben, fahren wir noch mit dem Moped in die Berge hinauf, um den wundervollen Tempel Doi Suthep zu bestaunen.

Am naechsten Tag steht dann noch etwas ganz anderes auf dem Programm. Wir machen einen Tageskochkurs, um hinter die Geheimnisse der thailaendischen Kueche zu kommen und um endlich zuhause die richtige Schaerfe in den Wok zu bekommen. Da wir an diesem Tag die einzigen Kochschueler sind, fahren wir zuerst mit Tun, dem Mann unsrer Kochlehrerin zum Markt. Er zeigt uns die Zutaten, die wir heute verarbeiten werden und noch mehr allerlei exotische Saucen, Kraeuter, Gewuerze und Speisen. Wieder zurueck, bekommen wir dann Schuerze um und Haube auf und los geht's.

Wir haben uns vier Gerichte ausgesucht: Tom Yam (scharf-saure Suppe), Papaya Salat, gruenes Curry und Schweinefleisch mit Cashew-Nuessen. Kanjana, unsere Kochlehrerin, zeigt uns, wie wir die Zutaten richtig vorbereiten und die Gewuerze zusammenstellen muessen. Nach viel Schnippelei und Stampferei geht es dann an den Wok. Jetzt lernen wir das richtige Timing, was wann wie lange gebrutzelt werden muss und sind ueberrascht wie schnell wir ein koestliches Menue gezaubert haben. Wir wollen ja nicht angeben, aber es war eins der besten Essen, das wir bis jetzt in Thailand bekommen haben.

So gut gestaerkt fahren wir am naechsten Tag wieder nach Bangkok um zwei Tage spaeter nach Kambodscha aufzubrechen.


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Kambodscha

Kambodscha

Kambodscha:
Grösse: 181.035 km2, Einwohner ca. 13,7 Mio. (2004)
Hauptstadt: Phnom Penh, Einwohner ca. 1,5 Mio.

10.02. - 19.02.2006

Angkor Wat Um 5.00 Uhr aufstehen, duschen, fertigpacken und 45 Minuten spaeter warten wir auf den Bus, der uns zum Bangkoker Nordost-Busterminal bringen soll. Der laesst auch nicht lange auf sich warten, doch statt uns mitzunehmen, rauscht der Fahrer vorbei ohne uns eines Blickes zu wuerdigen. Nach einer kleinen Fluchorgie nehmen wir dann doch ein Taxi, dass uns teils mit hundert Stundenkilometern durch die Stadt zum Busterminal bringt. Schnell ein Ticket gekauft, einen Nescafe auf die Hand und 10 Minuten spaeter starten wir nach Aranyaprathet an der kambodschanischen Grenze. Nach 4 Stunden Fahrt wechseln wir dort in ein Tuk Tuk, das uns dann die letzten 5 Kilometer zur Grenzstation bringt.

An der Grenze herrscht ein heilloses Durcheinander. Schwerbepackte Handkarren und uebervolle LKWs schieben sich von beiden Seiten ueber die Grenze. Dazwischen bettelnde Kinder, fliegende Haendler, normale Grenzgaenger und viele Schlepper, die uns recht aufdringlich den natuerlich billigsten Transport nach Siem Reap besorgen wollen. Die Grenzformalitaeten gehen fuer Nicht-Thais noch ertraeglich schnell, die Thais dagegen muessen wesentlich laenger warten. Eine Thai neben uns klappt sogar wegen der langen Wartezeit und der Hitze zusammen.

Auf der anderen Seite werden wir zu einem Shuttlebus gefuehrt, der uns kostenlos zum "Busbahnhof" bringt. Dieser ist uns dann doch etwas suspekt, denn wir sind dort fast ganz alleine. Der naechste Bus faehrt angeblich in 90 Minuten und ein sich wie ein Leierkasten wiederholender Angestellter will uns unbedingt ein Ticket verkaufen. Zum Glueck kommen nach einiger Zeit noch zwei japanische Touristen, mit denen wir kurzerhand ein Taxi nach Siem Reap chartern. Dieses Taxi faellt jedoch noch innerhalb der Stadtgrenze mit Motorschaden aus, aber ein Ersatzfahrzeug kommt rasch. Die naechsten 160 km vergessen wir auch nicht so schnell. Die "Strasse" ist eine sehr staubige Schlaglochpiste mit einigen wenigen geteerten Abschnitten. Der Fahrer kennt die Strecke wohl sehr gut, denn er heizt dementsprechend darueber.

Kambodscha zaehlt mit zu den aermsten Laendern der Welt. Beim Durchfahrern mehrerer Doerfer sehen wir auch warum, denn die Menschen leben teilweise in einfachsten Huetten ohne Strom und eigener Wasserversorgung. Die Kinder spielen im Dreck und eine dicke von der Strasse aufgewirbelte Staubschicht liegt ueber den Haeusern.
Sieam Reap ist dagegen schon eine andere Welt. Wir fahren an einigen grossen Hotelanlagen vorbei und viele Gebaeude aus der franzoesischen Kolonialzeit sind oder werden sehr schoen renoviert. Beim ersten Rundgang sehen wir aber, dass die Armut auch hier gegenwaertig ist. Viele Bettler und Landminenopfer bitten um Geld oder etwas zu Essen.

Mit dem Geld ist es uebrigens eine interessante Sache. Die eigentliche Waehrung ist der Riel, doch das Hauptzahlungsmittel ist der US-Dollar. Er wird ueberall genommen und Wechselgeld gibt es entweder in Dollar oder kleinere Betraege in Riel. So kostet das Tuk-Tukfahren fuer Touristen ab einem Dollar und viele Haendler preisen ihre Waren mit einem Dollar an. Manchmal kommen wir uns vor wie im "Eindollarland".

Taenzerinnen Der relative Wohlstand Siem Reaps ist leicht zu erklaeren, denn in unmittelbarer Naehe liegt die Hauptattraktion des Landes, die Tempel von Angkor. Diese Anlage erstreckt sich ueber eine Flaeche von ca. 300 Quadratkilometern und gehoert zum Weltkulturerbe. Am bekanntesten ist der Tempel von Angkor Wat. Es ist der groesste und sicher auch mit der schoenste, aber halt nicht der einzige. Neben Angkor Wat gibt es zum Beispiel die Stadt Angkor Thom mit dem riesigen Bayon Tempel und der Elefantenterrasse, die Dschungeltempel Ta Prohm und Ta Som, den Tempel Bantaey Srei, der fuer seine feinen Steinmetzarbeiten bekannt ist, und noch viele, viele andere mehr. Die Tempel werden taeglich von tausenden, ueberwiegend asiatischen Touristen besucht, die mit Bussen, Taxis, Tuk-Tuks und Mopeds von Anlage zu Anlage gefahren werden. Auch wir mieten uns fuer drei Tage ein Tuk-Tuk mit Fahrer. Einzelheiten der Tempel hier zu erzaehlen wuerde den Rahmen sprengen, man muss es selber gesehen haben. Noch ein kleiner Tipp: In der Zeit zwischen 12.00 und 14.00 Uhr sind die grossen Reisegruppen zum Mittagessen und so ist man selbst in Angkor Wat oft fast ganz alleine.

An unserem zweiten Tag auf dem Tempelgelaende ist ein buddhistischer Feiertag. Zu den schon unzaehligen Touristen kommen noch viel mehr Kambodschaner, die rund um den Bayon Tempel einige Zeremonien abhalten. Um am schnellsten von Siem Reap zum Tempel zu kommen, muessen alle durch ein ca. 2,5 Meter breites Tor. Also schiebt und quetscht sich die Masse aus Bussen, Autos, Tuk-Tuks, Mopeds und Fussgaenger dadurch. Die geschicktesten Draengler schaffen es recht schnell, wir brauchen 45 Minuten. Am gleichen Tag sehen wir im Preah Khan Tempel auch noch den kambodschanischen Koenig Norodom Sihamoni. Mit seinen Begleitern hat er dort gebetet und den Tempel besichtigt. Spannend, denn wann sieht man schon mal einen echten Koenig und dann so nahe.

Am Abend machen wir einen Ausflug zum Tonle Sap See, dem groessten See Suedostasiens, der ungefaehr 10 Kilometer ausserhalb von Siem Reap liegt. Die Strassse dorthin ist wieder mal eine staubige Piste, aber diesmal sind wir mit dem offenen Tuk-Tuk unterwegs und werden selbst zum "Staubopfer". Wir fluchen ueber jeden Touribus, der uns ueberholt oder entgegenkommt, und das sind nicht wenige. Bedrueckender fuer uns ist jedoch die Armut an der Strasse und das in unmittelbarer Naehe von Siem Reap. Die Bootsfahrt selbst ist recht beschaulich und fuehrt durch ein schwimmendes Dorf. Das ganze Leben vom Wohnen, Einkaufen, Schule, Kirche bis zur Tierhaltung spielt sich auf dem Wasser ab. Allerdings bedeutet das auch, dass man hinterm Haus aufs Plumpsklo geht und vorne im See das Geschirr abgewaschen wird.

Koenigspalast Wir hatten eigentlich gar nicht vor, in die Hauptstadt Phnom Penh zu fahren, doch wir hatten keine Lust mehr auf die staubige Piste von Siem Reap zur Grenze. Deswegen haben wir beschlossen nach Bangkok zu fliegen. Dies waere zwar auch von Siem Reap gegangen, aber wesentlich teuerer als von Phnom Penh. Die 6-stuendige Busfahrt ist diesmal sehr angenehm, denn die Strasse ist sehr gut ausgebaut.

In den 2 Tagen schauen wir uns in der Stadt um und besichtigen den Koenigspalast und die beeindruckende Silberpagode. Doch wir lernen auch ein dunkles Kapitel des Landes und der Stadt kennen. In der Zeit von 1975 bis 1978 war Phnom Penh eine menschenleere Stadt. In dieser Zeit herrschten die Roten Khmer unter der Fuehrung von Pol Pot. Sie wollten aus dem Land mit allen Mitteln einen Bauernstaat machen ohne Staedte und siedelten gewaltsam die Stadtbevoelkerung aufs Land um, wo sie unter haertesten Bedingungen Landarbeit verrichten mussten. Im S-21 (Toul Sleng) Gefaengnis, einer ehemaligen Schule wurden viele Gelehrte, Aerzte, Lehrer oder sogar nur Brillentraeger oder Frauen mit kurzen Haaren auf brutalste Weise gefoltert und umgebracht. Heute ist dieser Ort ein Museum und der Besuch stimmt uns sehr nachdenklich und traurig.

Diese Zeiten sind Gott sei Dank vorbei, im Land herrscht Frieden und man spuert eine gewisse Aufbruchstimmung. In Kambodscha lassen inzwischen viele westliche Firmen ihre Textilien herstellen. Dementsprechend bekommt man auf den Maerkten auch guenstig Hemden, T-Shirts und Hosen in guter Qualitaet. Dies kommt uns sehr entgegen, denn nach 7,5 Monaten auf Achse sind unsere Kleidungsbestaende geschrumpft und teilweise abgenutzt, und dies ist die Gelegenheit, den Rucksack wieder zu fuellen.

Bevorzugter Stadtteil fuer die Touristen ist die Uferpromenade. Hier gibt es tolle Cafes und Kneipen mit frischem Kaffee und leckeren Baguettes, willkommene Ueberbleibsel aus der franzoesischen Kolonialzeit, die wir in vollen Zuegen geniessen. Leider werden hier aber auch unzaehlige Kinder Abend fuer Abend hingeschickt, schwerbepackt mit einem Waeschekorb voll mit kopierten Buechern (beliebt sind der Lonely Planet), die sie von Tisch zu Tisch bis spaet abends anbieten (muessen). Was fuer eine Kindheit.
An der Uferpromenade lernen wir schliesslich auch Sambo kennen, das Maskottchen der Stadt. Die ueber 40 Jahre alte Elefantendame wird jeden Tag zweimal von ihrem Mahout hier entlang gefuehrt und unterwegs bekommt sie reichlich Obst von den Restaurantbesitzern.

Der Besuch Kambodschas war fuer uns eine kurzfristige Entscheidung die wir nicht bereuen, denn wir sind positiv ueberrascht worden. Trotz der Armut und nach allem was die Menschen hier erlebt und durchgemacht haben, sind sie Fremden gegenueber sehr offen und freundlich. Wir hoffen, dass sich die Infrastruktur in den naechsten Jahren verbessert und es auch allen Menschen dort zu gute kommt.




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Thailand 2

Thailand

Thailand:
Grösse: 513.115 km2, Einwohner ca. 63,8 Mio. (2004)
Hauptstadt: Bangkok, Einwohner ca. 9 Mio.

19.02. - 18.03.2006

Wir sind wieder in Bangkok. In den naechsten Tagen verbringen wir einige Zeit in Internetcafes, weil unsere Reise aus beruflichen Gruenden 5 Wochen frueher enden wird und einiges fuer die Rueckkehr vorzubereiten ist. Doch haben wir immer noch genuegend Zeit, um den Wochenendmarkt im Norden der Stadt zu besuchen, wo man vom Goldfisch bis zur Socke alles bekommt. Auch Chinatown schauen wir uns an und sind immer wieder erstaunt, wieviel Kitsch man doch auf dieser Welt kaufen kann.

Durch die verkuerzte Reisezeit streichen wir unsere Indienplaene und werden die letzten Wochen auf Ko Phangan und Ko Samui in Thailand verbringen. Hinter uns liegen dann 8 1/2 Monate, die doch erst gestern begonnen haben und morgen schon wieder vorbei sein sollen. Wenn wir am 18. Maerz wieder in Deutschland ankommen, liegen hinter uns 262 Tage. Wir

262 Tage unterwegs, 12 Laender besucht, 92 verschiedene Unterkuenfte gehabt, 20 mal geflogen und 83 Stunden im Flugzeug gesessen (reine Flugzeit), 119 Stunden im Bus, 38 Stunden im Zug und 18 Stunden auf Faehren verbracht, sind ueber 4300 km mit dem Wohnmobil und ueber 6000 km mit dem PKW gefaheren. Nicht schlecht, oder? Doch ueber allem stehen natuerlich die grandiosen Erlebnisse, Eindruecke und Begegnungen in so vielen Teilen dieser Welt.

Wir haben uns den Traum erfuellt, einmal um die Welt zu reisen und eine Auszeit vom Alltag zu nehmen. Dieser Traum geht hier zu Ende, aber wir werden ihn nie vergessen. Wir hoffen, dass wir mit unseren Berichten und Bildern ein wenig von unseren Erlebnissen rueberbringen konnten und bedanken uns bei allen, die uns geschrieben und an uns gedacht haben.

Ab morgen sind wir nicht mehr unterwegs, doch wir haben viel Lust auf mehr bekommen und sagen:

Tschuess Welt, wir kommen wieder!


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