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Neuseeland: | |
Auckland | ||
22.10. - 31.10.2005Am Flughafen von Auckland werden wir von Karin und Gunther abgeholt, Freunde, die vor ueber einem Jahr nach Neuseeland ausgewandert sind und bei denen wir wohnen duerfen. Es ist schoen sie wiederzusehen. Nebenbei ist es auch mal ganz angenehm, sich nicht selbst um einen Transport und die Unterkunft kuemmern zu muessen. :)
Einen kleinen Kulturschock bekommen wir am naechsten Morgen, als wir zum ersten Mal nach Los Angeles wieder einen sehr grossen Supermarkt betreten. In Tonga zum Beispiel mussten wir fuer ein einfaches Abendessen teilweise in mehreren kleinen Shops suchen, bis wir alles zusammen hatten, und hier nun wieder das volle Warenprogramm, wo man nicht weiss, was man nehmen soll. Der Schock haelt aber nicht lange an und wir sind wieder in der "westlichen Konsumwelt" angekommen und geniessen es auch ein bisschen.
Wir erkunden auch etwas die Umgebung von Auckland und Glenbrook. Die vielfaeltige Vegetation wie z.B. Baumfarne, maechtige Kauri-Baeume und viele uns unbekannte bluehende Straeucher und Blumen sind ein Fest fuer die Augen. Wir freuen uns jetzt schon im Dezember und Januar noch viel mehr davon zu sehen. Reichlich Schafe und Kuehe auf saftig gruenen Wiesen gibt es hier natuerlich auch, wie es sich "gehoert" fuer Neuseeland. Unser erster Aufenthalt war im Prinzip nicht mehr als ein 9-taegiger Transitstop auf dem Weg nach Australien. Deshalb ging auch einige Zeit drauf mit der Organisation der Weiterreise wie Unterkuenfte suchen, Auto mieten, Fluege buchen etc. Und darum mehr ueber Neuseeland erst im Dezember/Januar.
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Südinsel | ||
1.12. - 20.12.2005
Am Flughafen holen wir dann den gebuchten Mietwagen ab, einen Nissan Sunny. Zwar ist er nicht mehr der Neuste, doch gross und bequem und mit 27 Neuseelanddollar (ca. 16 Euro) am Tag sehr guenstig. In Verbindung mit Backpacker-Hostels ist dies fuer uns die guenstigste Fortbewegungs- und Unterkunftsvariante. Zu den Backpacker-Hostels spaeter mehr. In den naechsten 20 Tagen erkunden wir die Suedinsel im Uhrzeigersinn. Von Christchurch geht es zum Arthur's Pass, dann nach Lake Tekapo und Mount Cook, weiter nach Oamaru und Dunedin, in die Catlins, ueber Invercargill (die suedlichste Stadt Neuseelands) nach Te Anau und in den Milford Sound. Vom Milford Sound zurueck ueber Te Anau nach Queenstown, weiter ueber Haast nach Franz Josef, von dort nach Hanmer Springs und Kaikoura bis nach Picton. Insgesamt eine Strecke von 3340 km. In Christchurch treffen wir Dali und Metin, die 5 Monate vor uns auf Weltreise gegangen sind und die wir bis jetzt nur uebers Internet und Telefon kannten. Der Erfahrungsaustausch mit den beiden war richtig nett und sehr kurzweilig. Nach Dauerregen am Arthur's Pass hat uns der Lake Tekapo mit Sonne und tollen Farben empfangen, ein tuerkisfarbener See mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund. Nur der Mount Cook, der hoechste Berg des Landes (3755m) liegt in dicken Wolken. Dafuer stehen im Moment die Lupinen in voller Bluetenpracht und das nicht nur hier, sondern an vielen Stellen auf dem Weg in die Berge. Oamaru bleibt uns nicht nur wegen seiner putzigen Zwergpinguine in Erinnerung, sondern auch wegen der "Baeckerei" (steht auch so dran) mit sehr leckerem deutschem Brot. Wir haben die Auswahl vom Eifeler und Berliner bis zum herzhaften Mehrkornbrot. Auf dem Weg nach Dunedin kommen wir dann an den Moeraki-Boulders vorbei. Grosse runde Steine am Strand, die in den letzten Jahrtausenden aus den Klippen heraus gewaschen wurden und so nur hier zu finden sind. Nach einer Uebernachtung in einem Hostel auf einer Schafsfarm, bleiben wir zwei Tage in den Catlins. Die Catlins ist der Kuestenstreifen im Suedosten der Insel. Hier trifft man weniger Tourismus, weil zum einen die grossen Tourbusse hier nicht vorbeifahren und zum anderen viele Strassen nicht geteert sind. Aus dem Zimmer unseres Backpacker-Hostels, der Surat-Bay Lodge, haben wir einen klasse Blick in die Surat-Bay, wo auf dem Sandstrand faul die Seeloewen doesen. Backpacker-Hostels sind aehnlich wie Jugendherbergen, doch meist kleiner und individueller. Man kann vom Einzelzimmer bis zum Bett im Schlafsaal waehlen. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es Gemeinschaftsbaeder, aber das kennen wir schon von den australischen Campingplaetzen. Fruehstueck oder andere Mahlzeiten bekommt man nur selten, dafuer gibt es sehr gut ausgestattete Kuechen. Und so haben wir, wie die meisten anderen Gaeste auch, Kuehltasche und "Futterkiste" dabei. Von der Surat-Bay machen wir auch noch einen Abstecher zum Nugget Point, um die Gelbaugenpinguine zu beobachten. Aus einem Haeuschen blicken wir erwartungsvoll mit 10 anderen Interessierten aufs Meer. Und immerhin geben sich 4 Pinguine die Ehre, wenigstens einer mehr als im Juli in Chile....
Am Abend faehrt die Milford Wanderer wieder zurueck in den Fjord und ankert in einer kleinen Bucht, wo wir nach einem 3-Gaenge Menue und gutem neuseelaendischen Rotwein seelig einschlummern. Am naechsten Morgen kurz vor Sonnenaufgang fahren wir nochmal bei herrlichem Wetter den Fjord entlang bis auf die offene See und zurueck in den Hafen. Dieser Ausflug hat uns sehr gut gefallen und wir koennen ihn weiterempfehlen. Unserer Meinung nach stimmt hier auch noch das Preis-Leistungsverhaeltnis (120 Euro pro Person), im Gegensatz zu manch anderen Aktivitaeten. Ein bekanntes Beispiel dafuer ist die Stadt Queenstown, wo man fuer Bungy Springen, Paragliding, Jet Boating oder vieles andere mehr schnell einige hundert Euro loswerden kann. Wir besuchen in Queenstown nur die Deer Park Heights, wo einige Szenen des Filmes "Herr der Ringe" gedreht wurden und wir versuchen sie mehr oder weniger originalgetreu nachzustellen. :) Unvergessen bleibt uns der Franz Josef Gletscher. Mit Steigeisen und Eispickel geht es in einer gefuehrten Tour 5 Stunden in die faszinierende Eiswelt. Teils ueber Bruecken, durch kleine Gletscherspalten und sogar durch Eishoehlen fuehrt der Weg hinauf. Erleichtert wird der Aufstieg durch in das Eis geschlagene Stufen, die taeglich ausgebessert und erneuert werden, da der Gletscher bis zu einem Meter am Tag wandert. Respekt vor den "Treppenhauern" und Tourfuehrern, denn das ist wirklich eine harte Arbeit auf dem Eis.
Was uns in Kaikoura sehr gut gefallen hat, war die Rundwanderung auf der Halbinsel. Der Hinweg auf den Klippen hat schoene Aussichten auf Kaikoura und fuehrt teilweise ueber Farmland mit vielen Schafen. Zurueck geht es bei Ebbe entlang am Meer. Hier liegen wieder mal faul die Seeloewen herum und einer faucht sogar Alex boese an, weil er ihm ungewollt zu nahe kommt. Von Kaikoura fahren wir dann nach Picton, uebernachten dort und starten am naechsten Morgen zur Nordinsel.
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Nordinsel | ||
20.12.2005 - 10.01.2006Auf der neuseelaendischen Nordinsel waehlen wir folgende Route: Von Wellington zum Mount Taranaki/Egmont und weiter nach Glenbrook um dort Weihnachten zu verbringen. Von dort ueber Rotorua auf die Coromandel-Halbinsel, um dort ins neue Jahr zu rutschen. Zum Ende der Reise fahren wir noch eine Woche ins Northland, die noerdlichste Region Neuseeland und dann zurueck nach Auckland. Wir sind 21 Tage unterwegs, fahren 3000 km und bleiben im Gegensatz zur Suedinsel ueberwiegend mehrere Tage an einem Ort. Die Faehrfahrt von Picton fuehrt zur neuseelaendischen Hauptstadt Wellington. Die Ueberfahrt ist sehr regnerisch und stuermisch und auch in Wellington weht noch ein sehr starker Wind. Wie in den meisten anderen Staedten Neuseelands halten wir uns hier nicht lange auf, besichtigen die Innenstadt und das sehenswerte Nationalmuseum Te Papa (Maori Ausdruck fuer "Unsere Heimat"). Multimedial und interaktiv informieren wir uns ueber die Geschichte und die Bewohner des Landes. Das naechste Ziel ist der Mount Taranaki (2518 Meter hoch), ein nahezu symmetrischer Vulkan mit Schneespitze, der deswegen gerne mit dem japanischen Fujijama verglichen wird. Wie so oft verbirgt er seine Spitze auch bei uns leider in dicken Wolken, wir koennen aber trotzdem eine schoene Wanderung durch den Regenwald bei Regen machen. Weihnachten erleben wir diesmal ganz anders. Statt Weihnachtsbaum, Kerzen und Winter sitzen wir in kurzen Hosen und T-Shirt in Gleenbrook bei Karin und Gunther im Garten. Mit vier weiteren Freunden von ihnen gibt es Kaffee und Kuchen und am Abend wird gegrillt. So verjuengt verbringen wir den Jahreswechsel in Tairua auf der Coromandel-Halbinsel. Die Coromandel-Halbinsel ist das beliebteste Ausflugs- und Ferienziel der Aucklaender und so ueber Weihnachten und Neujahr auch fast komplett ausgebucht. Da wir ja Deutschland 12 Stunden voraus sind und wir uns fast an der Datumsgrenze befinden, lassen wir mit als erste auf der Erde die Sektkorken knallen, um das Jahr 2006 zu begruessen. Die Gemeinde in Tairua startet um 0.00 Uhr ueber der uns vorgelagerten Bucht noch ein wunderschoenes Feuerwerk und nach einer Stunde ist wieder alles ruhig.
In der Bay of Islands, wo Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten europaeischen Siedler ankamen, und wo 1840 der Vertrag zwischen Maoris und der britischen Regierung abgeschlossen und damit die Oberhoheit der Briten anerkannt wurde, geht unsere Reise durch Neuseeland langsam zu Ende. Wir geniessen noch 3 Tage in der wunderschoenen Wainui Lodge in Russell. Vor unserem Weiterflug nach Singapur sind wir ein letztes Mal in Auckland, wohnen diesmal fast mittendrin bei Petra und Volker, die wir am Anfang unseres Neuseelandaufenthaltes kennengelernt haben. In Neuseeland haben wir mit 7 Wochen die laengste Zeit auf unserer Reise in einem Land verbracht. Hier haben wir auf relativ engem Raum eine vielgestaltige und abwechslungsreiche Landschaft erlebt, die es vielleicht so nur hier gibt. Manchmal haben wir uns gefuehlt wie in den Alpen oder in Kanada, kurz darauf wie in Schottland, dann wie in Norwegen und Stunden spaeter wie am Mittelmeer. Dazu kommen noch die Vulkanlandschaften und Urwaelder, in denen wir oft stundenlang alleine wandern waren. All dies und dazu noch die netten Neuseelaender, die interessanten Begegnungen mit anderen Reisenden und fast immer schoen gelegene Backpacker-Hostel waren ein weiteres Highlight unserer Reise!
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